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SM-Rückblick

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An den letzten beiden Wochenenden wurden gleich drei Schweizermeisterschaften ausgetragen. Zweimal lief es sehr erfreulich und ich konnte sowohl in der Langdistanz wie mit dem Staffelteam zuoberst aufs Podest steigen. Bei der Mittel-SM war der Ausgang allerdings um einiges komplizierter.
  
Am letzten Wochenende fanden im Neuenburger Jura die Schweizermeisterschaften über die Mitteldistanz statt. Das Gelände war richtig cool und ich genoss den Lauf sehr. Im Ziel dann die Ernüchterung: Der 18. Posten fehlte auf meinem Zwischenzeitenzettel. Während meines Laufs war mir dort nichts Besonderes aufgefallen. Ich wusste, dass der Posten in einer Senke steht, und ich hatte einen Posten vorgefunden, dessen Standort für mich nach einer Senke aussah. Die Postennummer hatte ich nicht kontrolliert, da für mich alles gestimmt hatte.

Schnell wurde klar, dass ich einen falschen Posten erwischt hatte, der in einer Mulde am Rande meines Postenkreises stand. Der Frust war gross und es nervte mich, dass diese Posten so nahe nebeneinander gesetzt worden waren. Zurück im Wettkampfzentrum hörte ich von verschiedenen Seiten, dass ich nicht der Einzige gewesen sei, der diesen Fehler gemacht hatte, und dass auch andere deshalb disqualifiziert worden seien. So kam die Idee auf, auch in Rücksprache mit Regelkennern, beim Veranstalter eine Beschwerde einzureichen. Einerseits, um ein Zeichen zu setzen, dass bei den Posten die geregelten Mindestabstände eingehalten werden müssen. Andererseits dachte ich, es mache Sinn, wenn die betroffenen Läufer mit falschem Posten, mich eingeschlossen, trotzdem gewertet würden, da es sich bei den zwei zu nahe beieinander stehenden Posten um einen Veranstalterfehler handle. Die Beschwerde wurde angenommen und ich wurde auf Rang 2 gesetzt, womit ich der grösste Profiteur war.     

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Im Nachhinein, als ich das GPS-Tracking angeschaut hatte, bemerkte ich jedoch, dass das Ausmass der von dieser Situation beim 18. Posten betroffenen Läufer viel grösser und komplexer war, als ich zunächst angenommen hatte. Gemäss dem GPS auf Livelox sind über 40 HE-Läufer zuerst zum falschen Posten gekommen. Die allermeisten haben dann aber lehrbuchmässig die Kontrollnummer überprüft und so realisiert, dass sie bei einem falschen Posten waren. Deshalb navigierten sie noch zum richtigen Posten – natürlich mit einem Zeitverlust, den ich beispielsweise nicht hatte, da ich ohne zu zögern weitergelaufen war. Da wurde mir bewusst, dass eine Rangliste inklusive der Läufer ohne korrekte Quittierung des 18. Postens sehr fragwürdig ist. Trotz der speziellen Situation mit so vielen Läufern, die zum falschen Posten kamen, haben es offensichtlich trotzdem die allermeisten geschafft, noch den richtigen Posten zu finden – Mindestabstand hin oder her. Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich weiss, dass ich offensiv laufe und die Nummern nicht immer kontrolliere und somit ein gewisses Restrisiko eingehe.
Jetzt bereue ich es, dass ich mit der Beschwerde die Schuld beim Veranstalter und nicht bei mir selbst gesucht habe. Somit habe ich meinen Frust auf die Veranstalter und andere Konkurrenten übertragen. Die Organisatoren investierten extrem viel Zeit und Herzblut, um ein tolles OL-Erlebnis zu ermöglichen – und dies ist ihnen in diesem spannenden Jura-Gelände auch gelungen. Ich bin mir bewusst, dass der OL sehr komplex ist und man als Veranstalter an so viele Dinge denken muss.

Gewisse Punkte, wie beispielsweise Mindestabstände, finde ich nach wie vor sehr wichtig. Meine Lehre daraus ist aber, dass ich als Läufer auch meinen Teil beitragen und die Postennummern konsequenter kontrollieren muss, anstatt mich darauf zu verlassen, dass die Posten genügend weit auseinanderliegen.

Es tut mir sehr leid, dass ich mit meiner Beschwerde das grosse Engagement des Veranstalters an diesem Wochenende nicht wertgeschätzt habe, und möchte mich dafür entschuldigen. Im Nachhinein hätte ich viel lieber eine Disqualifikation geschluckt als all den Staub, den meine Beschwerde aufgewirbelt hat. Am Ende hat sie mir zwar eine Medaille beschert, doch die Freude darüber ist unter diesen Umständen ausgeblieben.

Rangliste SM Middle / Karte
  
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Am Tag nach der Mittel-SM galt es sich für die Staffel-SM wieder zu konzentrieren, was mir nach den Geschehnissen am Tag zuvor nicht einfach fiel. Unser Team der OL Regio Wil zeigte über alle drei Strecken solide Leistungen und wir konnten den Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Erstmals war Joschi Schmid auf der 1. Strecke im Team, ich lief auf dem mittleren Abschnitt und Martin auf der 3. Strecke. 
Rangliste SM Staffel / Karte
  
Bereits eine Woche früher fand im Rheinfelderberg die SM über die Langdistanz statt. Mir hat das Rennen im schnell belaufbaren Mittellandwald sehr gefallen und mir gelang ein sehr gutes Rennen, welches mit dem SM-Titel belohnt wurde.
Rangliste SM Lang / Karte